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Immobilien vs ETF: Was lohnt sich
2026 mehr?

Du fragst dich, ob du dein Geld lieber in vermietete Immobilien oder einen breit gestreuten ETF steckst? Wir vergleichen Rendite, Hebel, Steuern und Aufwand – mit konkreten Zahlen und ohne Marketing-Floskeln.

CL
Christopher Leuthardt
Geschäftsführer, MCLeut Holding GmbH
Moderner Wohnpark als Symbol für Immobilieninvestments

Beide Anlageklassen haben ihre Stärken. Aber wenn du als Angestellter mit festem Einkommen Vermögen aufbauen willst, gibt es einen Punkt, an dem die Mathematik klarer Stellung bezieht, als die meisten Finanzblogs zugeben – und der hat mit einem Wort zu tun: Hebel.

Wir bekommen diese Frage fast wöchentlich gestellt: „Lohnt sich eine Immobilie überhaupt noch, oder ist der ETF nicht einfacher und renditestärker?“ Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, was du vergleichst. Vergleichst du nur die Bruttorendite, gewinnt der breit gestreute ETF in den meisten Jahren. Vergleichst du den effektiven Vermögenszuwachs nach Steuern und Hebel, sieht das Bild komplett anders aus.

In diesem Artikel rechnen wir beide Optionen anhand realistischer Beispielzahlen für 2026 durch. Du bekommst klare Entscheidungskriterien an die Hand – und merkst schnell, dass die Frage selten „entweder/oder“ ist.

Die Bruttorendite: Hier liegt der ETF vorn

Ein global gestreuter ETF (z. B. MSCI World) erwirtschaftet historisch zwischen 6 und 8 % Rendite pro Jahr – vor Inflation und Steuern. Eine vermietete Wohnung in einer guten B-Lage kommt auf 3 bis 5 % Bruttorendite (Jahres­kaltmiete geteilt durch Kaufpreis).

Das wirkt zunächst eindeutig. Wenn 100.000 € im ETF liegen und 7 % bringen, hast du nach einem Jahr 7.000 € mehr. Bei der Immobilie bringt der gleiche Einsatz nur 4.000 € Mieteinnahmen. Punkt für den ETF.

Aber hier endet die Rechnung nicht

Bruttorendite ist nur die halbe Wahrheit. Wer Anlageklassen ehrlich vergleicht, muss vier Dinge mitrechnen: Hebel, Steuereffekt, Tilgung und Wertsteigerung. Erst dann zeigt sich, was wirklich übrig bleibt.

Der Hebel: Hier dreht sich das Bild

Bei einem ETF kannst du nur das investieren, was du tatsächlich besitzt. Hast du 30.000 € Eigenkapital, kaufst du ETF-Anteile für 30.000 €. Punkt.

Bei einer Immobilie ist das anders: Mit denselben 30.000 € Eigenkapital kannst du eine Wohnung für 200.000 € kaufen – weil die Bank dir die restlichen 170.000 € leiht. Plötzlich arbeitet nicht mehr dein Geld für dich, sondern das Geld der Bank – während der Mieter die Rate bezahlt.

Was das in Zahlen bedeutet

Steigt die Wohnung um 2 % im Wert, sind das auf den vollen Kaufpreis bezogen 4.000 € pro Jahr. Bezogen auf dein eingesetztes Eigenkapital von 30.000 € sind das aber 13,3 % Rendite allein aus der Wertsteigerung – nicht eingerechnet Mieteinnahmen, Tilgung und Steuervorteile.

Der Hebel macht aus 2 % Wertsteigerung am Markt 13 % Rendite auf dein Eigenkapital. Das gibt es bei keinem ETF, keinem Aktienfonds und keinem Tagesgeld.

Der Steuereffekt: Hier verliert der ETF

ETF-Erträge werden in Deutschland mit der Abgeltungsteuer von 25 % (plus Soli und ggf. Kirchen­steuer) besteuert. Du verdienst, der Staat kassiert – ohne Wenn und Aber.

Bei einer vermieteten Immobilie kannst du:

  • Schuldzinsen als Werbungskosten absetzen – bei einem 170.000-€-Darlehen mit 3,5 % Zins sind das 5.950 € pro Jahr.
  • AfA (Abschreibung für Abnutzung) ansetzen – je nach Baujahr und Objekt 2 % bis 5 % des Gebäudeanteils pro Jahr, völlig unabhängig davon, ob das Gebäude tatsächlich an Wert verliert.
  • Erhaltungs­aufwand, Hausverwaltung und Werbungskosten zusätzlich abziehen.
  • Nach 10 Jahren Haltedauer steuerfrei verkaufen – den vollen Wertzuwachs ohne einen Cent Steuer einstreichen.

Konkret: Bei 42 % Grenzsteuersatz und einer typischen Eigentums­wohnung kannst du jährlich vier­stellige Beträge an Steuerersparnis realisieren. Geld, das beim ETF schlicht ans Finanzamt geht.

Der direkte Vergleich: 30.000 € über 10 Jahre

Stell dir vor, du hast 30.000 €. Du kannst sie in einen ETF stecken oder als Eigenkapital für eine 200.000-€-Wohnung nutzen. Was passiert in 10 Jahren?

Kennzahl ETF (30k €) Immobilie (200k €)
Eingesetztes Kapital 30.000 € 30.000 €
Bruttorendite p. a. ~ 7 % ~ 4,8 %
Wert nach 10 Jahren ~ 59.000 € ~ 244.000 € (Immo­wert)
Steuern auf Gewinn ~ 7.250 € (25 %) 0 € (steuerfrei nach 10 J.)
Tilgungsleistung Mieter ~ 30.000 €
Vermögen netto nach 10 Jahren ~ 52.000 € ~ 105.000 €

Vereinfacht und ohne Berücksichtigung jeder Sondersituation. Aber die Größenordnung stimmt: Bei gleichem Eigenkapital­einsatz baut die Immobilie etwa das doppelte Vermögen auf. Der Grund ist nicht die höhere Rendite – sondern der Hebel.

Kernerkenntnis

Der ETF schlägt die Immobilie bei der Bruttorendite. Die Immobilie schlägt den ETF bei der Eigenkapital­rendite, weil sie als einzige Anlageklasse mit Fremd­kapital­hebel funktioniert – und weil der Mieter den Großteil der Tilgung übernimmt.

Aufwand und Risiko: Hier punktet der ETF wieder

Ehrlich bleiben: Ein ETF ist mit zwei Klicks gekauft. Du brauchst keine Bonitäts­prüfung, keinen Notar, keinen Mieter, keine Hausverwaltung. Du zahlst keine Grunderwerbsteuer. Du musst keinen Steuer­berater dafür konsultieren. Und du kannst jederzeit aussteigen.

Eine Immobilie ist Aufwand – gerade beim Einstieg. Es gibt Mieter, die nicht zahlen. Es gibt Heizungen, die ausfallen. Es gibt Eigentümer­versammlungen, die du im Kalender hast. Wer das nicht weiß, wird unangenehm überrascht.

Der gute News: Genau diesen Aufwand kannst du delegieren. Wir vermitteln nur bereits vermietete Objekte, übernehmen die Verwaltung auf Wunsch und sorgen dafür, dass du nicht in der Nähe wohnen musst. Das macht den Unterschied zwischen „passives Investment“ und „Zweitjob“.

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Wann passt was zu dir?

Es gibt selten ein „richtig“ oder „falsch“. Aber ein paar klare Indikatoren helfen dir bei der Entscheidung.

Der ETF passt zu dir, wenn ...

  • Du flexibel bleiben willst und jederzeit verkaufen können musst.
  • Dein Eigenkapital unter 10.000 € liegt.
  • Du keinerlei Lust auf operative Themen hast – auch nicht delegiert.
  • Du in einer instabilen beruflichen Phase bist und kein Bank­darlehen aufnehmen kannst oder willst.

Die Immobilie passt zu dir, wenn ...

  • Du Angestellter mit festem, ausreichendem Einkommen bist.
  • Du langfristig (10 Jahre+) planst und dir Vermögensaufbau wichtiger ist als kurz­fristige Liquidität.
  • Du einen hohen Grenz­steuersatz hast (ab ca. 35 %) und Steuern legal optimieren willst.
  • Du den Hebel der Bank nutzen willst, um deutlich mehr Vermögen zu kontrollieren als dein Eigenkapital hergibt.
Die meisten Investoren machen beides

In der Praxis ist die Frage selten „entweder/oder“. Ein typisches Portfolio kombiniert: Liquidität in Tagesgeld, Wachstum im ETF, Steuer- und Hebelvorteile in der Immobilie. So ergänzen sich die Stärken statt sich zu konkurrieren.

Fazit: Mathematik schlägt Bauchgefühl

Wer 2026 als Angestellter mit gutem Einkommen plant, kommt an Immobilien nicht vorbei – nicht aus Mode, sondern weil sie als einzige Anlageklasse drei Effekte gleichzeitig liefern: Hebelwirkung, Steueroptimierung und steuerfreien Verkauf nach 10 Jahren.

Das heißt nicht, dass du ETFs verkaufen sollst. Es heißt nur: Wenn du dich fragst, was sich 2026 mehr lohnt, ist die ehrliche Antwort – für die meisten unserer Kunden – die Immobilie. Vorausgesetzt, sie wird sauber kalkuliert, zur richtigen Lage gekauft und kompetent verwaltet.

Wenn du wissen willst, ob das auch auf deine Situation zutrifft, lass uns 30 Minuten sprechen. Wir rechnen dir deine konkrete Effektivrendite vor – ohne Verkaufsdruck.

CL
Über den Autor

Christopher Leuthardt

Geschäftsführer der MCLeut Holding GmbH. Begleitet private Investoren beim Aufbau von Wohn­immobilien­portfolios – mit klarer Mathematik statt Hochglanz.

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